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  • 1: Startseite  

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  • 2: Felix Strasser /
    Die Spielmacher
     

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  • 3: Aktuelle Inszenierungen / Projektübersicht  

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  • 4: Theaterpädagogik  

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  • 5: Inszenierungen  

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  • 6: Moderation  

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  • 7: Veröffentlichungen  

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  • 8: Galerie  

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  • 9: Pressespiegel  
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    • 9.1: Die Geschichte von Thelma & Louise  

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    • 9.2: Die Glückskinder  

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    • 9.3: Kleiner Werwolf  

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    • 9.4: 9/11  

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    • 9.5: Best of Nibelungen  

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    • 9.6: Das ist Esther  

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    • 9.7: Pleasant View  

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    • 9.8: Querschläger  

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    • 9.9: König Lindwurm  

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    • 9.10: Gehen wir, der Wagen wartet  

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    • 9.11: Genua 01  

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    • 9.12: Traumhalden  

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    • 9.13: Projekt Schwabenkinder  

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    • 9.14: Love of my life  

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    • 9.15: Theaterpädagogischer Kongress 2009  

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    • 9.16: Moderation  

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    • 9.17: Theaterpädagogische Projekte  

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    • 9.18: Theaterpädagogische Beratung  

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    • 9.19: Weitere Artikel zu den Spielmachern  

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PRESSEREZENSIONEN ZU „DAS IST ESTHER“

Südkurier Überlingen vom 02.07.2010

IN DER REIHE DERER, DIE ÜBERLEBEN DÜRFEN

Erzähltheater zum Holocaust an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule

mit Anna Herz

 

„Granny sagt: Wenn es einen Gott gäbe, dann würde ich mich umbringen. Denn ein Gott, der Auschwitz zulässt, wäre ein Massenmörder“, erzählt Mary Ann (Anna Herz, Stadttheater Konstanz) Schülern der Klasse 11/1 des Technischen Gymnasiums an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule bei ihrem Erzähltheater „das ist Esther.“ Und sie sagt: „Als sie mir damals alles erzählt hatte, war ich geschockt. Ich hatte eine Zeitlang Angst, über offene Plätze zu gehen. Ich fühlte mich so ungeschützt.“ Auch die Schüler sind geschockt – oder zumindest sehr berührt – von dem, was Mary Ann da erzählt. Wie ihre jüdische Großmutter ins Lager gebracht wurde. Wie ihr Mann drei Tage nach der Hochzeit auf eine Deportation geschickt wurde. Wie die Großmutter Listen aller Kinder schreiben musste, die ins Lager kamen. Und dass die Kinder dann in ein Heim gebracht und meist ermordet wurden. Und dann: Die Stimme der Großmutter auf Band: „In Auschwitz wurden uns die Haare abgeschoren. Wir dachten: Jetzt geht's ins Gas, aber es kam Wasser, es war sehr kalt.“ Danach, berichtet Mary Ann, wurde ihre Großmutter in Klamotten von jemandem gesteckt, „bei dem kein Wasser kam.“

In einem Nachgespräch mit Schauspielerin Anna Herz und Regisseur Felix Strasser werden die Schüler gefragt, welcher Satz ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben ist. David Sinner sagt: „Der Moment, in dem Esther in Auschwitz an der Selektionsrampe steht.“ Und die Schüler sprechen über die absurde Situation, wenn ein Mensch miterleben muss, dass der Freund in den Tod geschickt wird, während man selbst in die andere Reihe kommt, in die Reihe derer, die überleben dürfen.“

Und warum, fragen sich die Schüler, ist das Bedrückende des Inhalts für die Zuschauer dennoch erträglich?“ Die Antwort, die die Schüler finden: „Weil Mary Ann immer wieder vom Überlebenswillen der Großmutter Esther, und auch von der Gegenwart erzählt. Und von ihren Phantasien, als Regisseurin einen Film zu drehen.“

 

 

 

Südkurier Überlingen vom 12.11.2009

AUF DEN SPUREN VON ESTHER

Von Juliane Schlichter

 

„Wartet ihr auf Esther?“, fragt die junge Frau und steckt den Kopf zögerlich durch die offene Tür. „Ich bin ihre Enkelin Mary Ann. Esther liegt im Krankenzimmer.“ Sie wirkt nervös, als sie den Raum betritt. Vor ihr sitzen rund 20 Zwölftklässler des Technischen Gymnasiums Überlingen. Eigentlich hatten die Jugendlichen eine ältere Dame erwartet. Esther Bauer, eine jüdische Frau in den Achtzigern, die den Holocaust überlebt hat. Doch Esther kommt nicht. Stattdessen erzählt Mary Ann den Schülern die Lebensgeschichte ihrer Großmutter.

Das Stück „Das ist Esther“ verwandelt das Klassenzimmer im ersten Stock der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in eine Theaterkulisse. Protagonistin ist die 19-jährige Mary Ann. Sie wird gespielt von der jungen Schauspielerin Anna Hertz. Inszeniert hat das Bühnenwerk „Das ist Esther“ Felix Strasser, Regisseur am Jungen Theater Konstanz. Mary Ann ist eine fiktive Rolle. Doch ihre Großmutter Esther Bauer gibt es wirklich. Die gebürtige Hamburgerin ist inzwischen 85 Jahre alt und lebt in New York. Das Stück erzählt ihre Lebensgeschichte.

„Meine Granny hat nicht an Gott geglaubt. Sie ging nur wegen der Jungs in die Synagoge“, erzählt Mary Ann von den unbeschwerten Jugendjahren ihrer Großmutter und die Schüler lachen.

Als sie von Esthers Deportation nach Theresienstadt spricht, wird es plötzlich ganz still im Klassenzimmer. Gebannt lauschen die Jugendlichen dem Schicksal der jungen Jüdin, die in insgesamt vier Konzentrationslagern ums Überleben kämpfte. „Sie überlebte, weil sie arbeitsfähig war“, schildert Mary Ann. „Auschwitz war das schlimmste Lager von allen. Wir gingen ins Bad und dachten, jetzt kommt das Gas. Aber dann kam nur Wasser und das Leben ging weiter“, zitiert die junge Frau Esther Bauer.

Fotos, Originaldokumente und Videos von Esther Bauer, die Mary Ann auf einem Laptop abspielt, bringen ihr Schicksal den Schülern noch näher. „Es wirkt so, als wäre Esther mit im Klassenzimmer“, bemerkt Regisseur Felix Strasser. Nach ihrer Befreiung durch die Amerikaner aus dem KZ Mauthausen soll Esther gesagt haben: „Ab jetzt mache ich nur noch was ich will.“ In New York hat sie schließlich eine neue Heimat gefunden.

Das Stück endet genauso plötzlich, wie es begonnen hat. „Granny, ich bin in einer Sekunde bei dir“, spricht Mary Ann in ihr Handy und verlässt den Raum. Im Klassenzimmer ist es mucksmäuschenstill. Erst als Felix Strasser sagt „Wenn ihr klatscht, kommt sie auch wieder rein“, applaudieren die Schüler. Im Anschluss suchen Regisseur und Hauptdarstellerin das Gespräch mit den Schülern. „Das Stück war sehr persönlich. Im Geschichtsunterricht werden immer nur Daten und Fakten geschildert“, findet einer der Zwölftklässler.

 

 

 

Südkurier Kultur See vom 10.10.2009

DAS IST ESTHER

Das Theater Konstanz feiert die Premiere

seines ersten mobilen Klassenzimmerstückes

Von Susanne Pantel

 

Wartet ihr auf Esther? Das ist meine Granny, und die kommt bestimmt gleich!“. Die Schauspielerin Anna Hertz spielt die 19-jährige Mary Ann, Enkelin von Esther Bauer. Gehetzt und energisch betritt sie den Klassenraum der 10c im Humboldt-Gymnasium. Das mobile Klassenzimmerstück „Das ist Esther“ von Christiane Richers hatte hier Premiere. Nervös und unsicher wartet Mary Ann auf ihre Großmutter, die sich nur kurz hinlegen wollte, um dann der Klasse ihre Geschichte zu erzählten. Doch sie kommt nicht, also muss nun die Enkelin ran. Sie fängt an, erst einmal ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Sie lebt in New York und berichtet, wie ihr Vater zufälligerweise 9/11 überlebte, und wie sie selbst dieses Ereignis allein vor dem Fernseher erlebte. Eigentlich sollte sie es gar nicht wissen. Diese Geheimniskrämerei und Verheimlichung von Geschichte hat in der Familie System. Granny Esther wusste auch zunächst nichts über die Vorgänge in Hitler-Deutschland. Als Kind streng religiöser Juden trifft sie sich mit ihrer Freundin zum Jungs gucken, verliebt sich mit 14 in Sam, der aber noch emigrieren kann.

Zu gehen ist für ihren Vater kein Thema: „Ich habe nichts Böses getan, also wird mir auch nichts passieren“, zitiert Mary Ann ihren Urgroßvater. Taucht er in ihrer Erzählung auf, wird sie streng, oberlehrerhaft, „deutsch“. Geht es aber um Esther und die Liebe, wird sie träumerisch. Mit einem Komplizenlächeln hin zum Publikum verrät sie, dass Esther nur in die Synagoge ging, um „Jungs zu gucken“. Selber bezeichnen Großmutter und Enkelin sich als ungläubige Juden, denn „wenn Gott Auschwitz zulässt, ist das unerträglich“.

Der Enkelin Mary Ann gelingt es, das Schicksal ihrer Oma so darzustellen, dass die Fakten sowohl über dieses konkrete Leben als auch die historischen Gegebenheiten fast nebenher laufen. Judenstern, antijüdische Gesetze und Reichskristallnacht werden als persönliche Einschnitte nachvollziehbar. Fast genauso nebenbei erfahren die Zuhörer die krassen Erlebnisse: Deportation von Hamburg nach Theresienstadt mit 18 Jahren, von dort weiter nach Auschwitz und nach Mauthausen, wo sie die Befreiung durch die Amerikaner erlebt.

Anna Hertz gibt dabei alles. In Höhen und Tiefen, manchmal ruhig nachdenklich, dann wieder getrieben hektisch berichtet sie vom Leben ihrer Großmutter, von der Überlebensstrategie, wie in einer Muschel zu leben, von der Grausamkeit, zweimal die Duschen von Auschwitz zu überleben. Aber auch von schönen Momenten, der Hochzeit mit einem tschechischen Soldaten, dem Zusammenhalt unter den Frauen, dem persönlichen Sabotageversuch durch ihre nicht korrekt ausgeführte Zwangsarbeit.

Die wahre Esther Bauer kommt auch zu Wort. Die vermeintliche Enkelin hat auf ihrem MacBook Videomitschnitte mitgebracht. Auch die wahre Esther Bauer wirkt wie eine völlig normale, fröhliche alte Großmutter. Die 85-Jährige berichtet mit immer noch leicht hamburgerischer Sprachfärbung selbst von ihrer Ankunft in Auschwitz. Wie ihr Freund vom berüchtigten Arzt Dr. Mengele nach links, sie selbst nach rechts geschickt wird. Wie die Gefangenen, geschoren und in leichter Kleidung, zum Appell in eisiger Kälte im Innenhof antreten mussten. Dabei ist es im Klassenraum unglaublich still. Die Schüler sind erstaunt und erschreckt, dass diese Geschichtsbuch-Geschehnisse wirklich erlebt wurden.

Die Schülerinnen Valentina Rehak und Julia Reichle sind getroffen, aber auch beeindruckt. „Es war wirklich toll. Und es ist irre, das so nah mitzukriegen“. Anna Hertz schont ihr Publikum in dieser Inszenierung von Felix Strasser auch nicht. Sie geht mitten rein, spricht direkt an. Man kann mit ihr lachen, aber eben auch betroffen sein.

 

 

Südkurier Kultur See vom 08.10.2009

DIE REALITÄT IM KLASSENZIMMER

Von Maria Schorpp

 

Felix Strasser steht offenbar noch unter dem Eindruck dessen, was er am Morgen in einer zehnten Klasse des Humboldt-Gymnasiums erlebt hat. Da haben er und die Regieassistentin Annika Maier mit der Schauspielerin Anna Hertz seine neue Inszenierung probeaufgeführt. „Das ist Esther“, ein Klassenzimmerstück, „eines der besten, die es gibt“, wie der Leiter des Jungen Theaters anfügt.

„Das ist Esther“ von Christiane Richers schwingt zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Esther ist eine reale Figur, Esther Bauer, die vier Konzentrationslager in der Nazizeit überlebt hat, 1949 nach New York auswanderte, und tatsächlich seit Jahren in Schulklassen geht, um von ihrem Leben zu erzählen. Zu Wort kommt in dem Ein-Personen-Stück jedoch nicht sie selbst, sondern die Enkelin Mary Ann. Und die ist erfunden. Doch die echte Esther Braun war in die Entstehung des Stücks mit einbezogen. Premiere in Konstanz ist am heutigen Donnerstag um 11.25 Uhr im Humboldt-Gymnasium.

Einen „ziemlich coolen Teenie“ nennt die junge Regieassistentin Annika Maier die Protagonistin, mit eigenem Kopf und einer Garagenband wie den „Strokes“. Nervös tritt die Enkelin Mary Ann zunächst vor die Klasse. Ihre Granny Esther (US-Begriff für Oma) hatte einen Schwächeanfall und liegt im Krankenzimmer. Mary Ann muss deshalb für sie einspringen und erzählen: Die Geschichte ihrer geliebten Oma, die verwoben ist mit ihrer eigenen.

Die Geschichte einer 85-Jährigen in den Worten einer 19-Jährigen – für den Theaterpädagogen Felix Strasser ist das der Dreh, wie man mit jungen Menschen über den Holocaust sprechen kann. Ihm geht es in der Inszenierung vor allem um die Frage: Was passiert, wenn die Zeitzeugen nicht mehr da sind? Wer spricht dann für sie? Die Ausstattung für das Stück ist minimal, passt in jedes Klassenzimmer: Eine Tafel, Originalfotos und ein Laptop, auf dem ein Film läuft von Esther Braun vor einer Klasse.

„Es liegt mir wahnsinnig viel dran“, beschreibt Felix Strasser den Stellenwert dieser Inszenierung für ihn. Einmal findet eine Vorstellung in der Spiegelhalle statt, ansonsten gehen die Theaterleute die gesamte aktuelle Spielzeit über in Schulen. Am heutigen Donnerstag ist im Humboldt-Gymnasium Premiere. Auch an der thematischen Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler beteiligen sich die Theaterleute. Strasser hat in der aktuellen Saison nur diese eine Inszenierung übernommen und mit Anna Hertz eine Gastschauspielerin eingesetzt, um sicher zu sein, dass sie jederzeit spielen kann.

Zwar hat Esther Bauer an dieser Aufführung nicht mitgewirkt, Strasser denkt jedoch darüber nach, sie für ein Gespräch nach Konstanz einzuladen. Am 9. November gibt es zudem ein Nachgespräch mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Konstanz. Überhaupt Juden in Konstanz: Für die jungen Leute etwas Fremdes. Strasser konnte bei der Probeaufführung am Morgen beobachten, wie erstaunt sie auf Esther Bauer reagierten. So sieht jemand aus, der vier KZs überlebt hat. Plötzlich war das echt da vorne. Ein „Theaterwunder“ nennt das Strasser: „Die Realität passt in ein Klassenzimmer.“

 

Fotos zum Stück



Neuigkeiten und wichtige Termine

--- ab 01. März 2014 ---

KONSTANZ

Felix Strasser übernimmt die Künstlerische Leitung der EVENTPRODUKTION - Theater der Hochschule Konstanz.

www.theater.htwg-konstanz.de

Gerne übernehmen DIE SPIELMACHER auch weiterhin beratende Funktion innerhalb von Theaterprojekten jeder Art oder vermitteln professionelle TheaterpädagogInnen an Sie weiter!