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  • 1: Startseite  

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  • 2: Felix Strasser /
    Die Spielmacher
     

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  • 3: Aktuelle Inszenierungen / Projektübersicht  

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  • 4: Theaterpädagogik  

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  • 5: Inszenierungen  

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  • 6: Moderation  

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  • 7: Veröffentlichungen  

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  • 8: Galerie  

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  • 9: Pressespiegel  
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    • 9.1: Die Geschichte von Thelma & Louise  

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    • 9.2: Die Glückskinder  

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    • 9.3: Kleiner Werwolf  

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    • 9.4: 9/11  

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    • 9.5: Best of Nibelungen  

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    • 9.6: Das ist Esther  

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    • 9.7: Pleasant View  

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    • 9.8: Querschläger  

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    • 9.9: König Lindwurm  

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    • 9.10: Gehen wir, der Wagen wartet  

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    • 9.11: Genua 01  

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    • 9.12: Traumhalden  

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    • 9.13: Projekt Schwabenkinder  

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    • 9.14: Love of my life  

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    • 9.15: Theaterpädagogischer Kongress 2009  

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    • 9.16: Moderation  

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    • 9.17: Theaterpädagogische Projekte  

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    • 9.18: Theaterpädagogische Beratung  

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    • 9.19: Weitere Artikel zu den Spielmachern  

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  • 10: Partner / Netzwerk  

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PRESSEREZENSIONEN ZU "GENUA 01"

Südkurier Konstanz vom 28.05.2008

70 MINUTEN VOLL UNGEHEURER ENERGIE

Von Maria Schorpp

 

Im Jahr 2001 gab es den 11. September und es gab den G8-Gipfel in Genua. Was in der norditalienischen Hafenstadt geschah, ist mehr oder weniger unter den zusammenstürzenden Twin Towers in New York begraben worden. Fausto Paravidino hat die Ereignisse in seiner Heimatstadt im Stück "Genua 01" rekonstruiert. Der Jugendclub des Konstanzer Theaters hat aus der akribischen Rückschau ein Stück Theater gemacht, das einem in die Knochen fährt.

Fast den gesamten Raum der Spiegelhalle hat Stephan Testi mit einem Drahtgitter eingefasst, dem Publikum bleibt nur ein relativ schmales Geviert für Stehplätze. Innerhalb des Drahtgitters liegen junge Leute wild durcheinander. Man hat sie weggesperrt, was die Globalisierungsgegner zunächst nicht besonders zu stören scheint. Es ist Party mit der "Internationalen" als Stimmungsmacher.

Das 42-köpfige Ensemble des Jugendclubs unter der Regie von Felix Strasser und Wulf Twiehaus lässt es gleich von Anfang an krachen. Da hat sich alles versammelt, was gegen irgendetwas in der Welt ist. Die einen tragen Hippiekluft und sind auch sonst ziemlich soft drauf, die anderen Springerstiefel und sehen so aus, als hätten sie nichts gegen ein bisschen Randale. Eines eint sie: Es kotzt sie an, diese Arroganz der Macht in den Larven der acht Staatschefs der reichsten Nationen der Erde, die im Palazzo nebenan die Welt aufteilen. Die anfängliche Distanz zu dem wilden Treiben hinter dem Drahtzaun ist nicht lange aufrecht zu erhalten. Und am Ende des Abends findet man die Antworten gar nicht mehr so lustig.

Es ging durch die Presse, bevor die New Yorker Ereignisse alles überlagerten: Mehrere 100000 Globalisierungsgegner lieferten sich mit der italienischen Polizei Straßenschlachten, wobei schon damals das harte Vorgehen der Carabinieri angemerkt wurde. Was Fausto Paravidino in seinem Stück anklagt, geht weit darüber hinaus. Zumindest legt er nahe, dass die Polizeikräfte des Silvio Berlusconi die Provokationen der gewalttätigen "Schwarzen Blocks" geduldet, wenn nicht gefördert hat, um mit Macht zurückschlagen zu können.

"Genua 01" ist kein ausgewogenes Polittheater, sondern bezieht Stellung. Die Konstanzer Inszenierung unterstreicht das noch. Hier hat vor allem eine Seite Unrecht, nämlich der Staat. Und wie. Dann kommt es, wie es fast kommen musste. Ein Polizist tötet einen jungen Demonstranten. Notwehr hieß es. Die Fakten legen etwas anderes nahe.

Schließlich der nächtliche Überfall der Polizei auf ein Nachtlager der Demonstranten, das mit Blutvergießen und Massenverhaftungen endet. Wie die jungen Darsteller diese Gewaltexzesse ins Bild setzen - da bleibt einem die Luft weg. Wie zuvor das Happening mit Cat-Stevens-Songs ist auch jetzt die ungeheuere Kraft zu spüren, die die gesamten 70 Minuten von diesem Ensemble ausgeht. Neun Monate haben Strasser und Twiehaus und die 42 Jungdarsteller miteinander gearbeitet, das Resultat ist mehr als außergewöhnlich. Auch bei der Konstanzer Polizei hat man mit der Videokamera vorbeigeschaut und ein eindrucksvolles Gespräch geführt. Jeder hat seine eigene Wahrheit, die alle mit "Ich weiß, dass" beginnen.

 

 

 

Südkurier Konstanz vom 23.05.2008

GEWALT GEGEN EINE "GERECHTERE WELT"

Von Selma Burnukara

 

Spannend, politisch, kritisch und anspruchsvoll: Mit diesen Adjektiven ist das neue Stück, das der Jugendclub Theater Konstanz in der Spiegelhalle zeigen wird, wohl gut umschrieben. 42 junge Menschen im Alter von zwölf bis 20 Jahren haben sich zusammengefunden, um unter der Regie von Felix Strasser und Wulf Twiehaus das halbdokumentarische Werk "Genua 01" auf die Bühne zu bringen.

Im Juli 2001 war die italienische Stadt Genua Schauplatz unfassbarer Ereignisse. Hier hatten sich die Vertreter der acht größten Wirtschaftsmächte zu ihrem alljährlichen Gipfeltreffen zusammengefunden. Glaubt man dem Internetportal Wikipedia, so gelten die Treffen der G8 als "informell, um in entspannter Runde globale Probleme zu beraten." Was auch immer sich man unter einer "entspannten Runde" vorstellen mag, jedenfalls kann es nicht das gewesen sein, was sich vor den Toren des Palazzo Ducale, in dem die hohen Gäste von Silvio Berlusconi residierten, abspielte. Denn auf den Straßen von Genua forderten rund 300000 Menschen, meist Globalisierungsgegner, eine gerechtere Welt. Die Regierung Berlusconi aber ließ gegen die Demonstranten hart durchgreifen.

Ein junger Mann, der damals 23-jährige Carlo Giulianis, starb durch die Kugel eines Carabineri. Es soll zahlreiche Zeugenaussagen, Bilder und Videos geben, die beweisen, dass die italienische Polizei brutal auf Menschen einschlug, dass Beamte als sogenannte "Agent Provocateurs" im schwarzen Block der Demonstranten eingeschleust wurden, um eine gewalttätige Kundgebung zu fingieren und dass die Verhafteten gefoltert wurden, erklärt Regisseur Twiehaus die damalige Situation. Der gebürtige Genuaner Fausto Paravidino, das Wunderkind der italienischen Dramatik, schrieb noch im selben Jahr im Auftrag des Londoner Royal Court Theaters das Stück "Genua 01". Hierfür hat er Zeugenaussagen, Polizeiprotokolle und Medienberichte zu einer Chronologie montiert, in deren Mittelpunkt der Tod Carlo Giulianis steht. Außergewöhnlich mutet es an, wenn Jugendliche, die sonst in den Medien als Alcopop-Party-Generation dargestellt werden, politische Themen aufgreifen. Ungewöhnlich sei auch, dass so "eine Masse von Menschen auf die Bühne kommt", so Felix Strasser. 42 junge Leute wirken mit.

Die jüngste im Bunde, die zwölfjährige Marietta Schröpel, hat damals mit sechs Jahren überhaupt nichts vom Gipfeltreffen in Genua mitbekommen. Sie sagt, dass ihr politischen Bewußtsein durch die Proben stark erweitert worden sei. So ähnlich geht es auch dem erst 14-jährigen Daniel Freudenberger. Janosch Tillmann dagegen ist schon immer engagiert gewesen. Der 20-jährige gilt in der Gruppe als wandelndes Lexikon in Fragen der linken Bewegung. Patrick Ganter, ebenfalls 20 Jahre alt, war als politisch unbefleckter Mensch zuerst skeptisch, aber er sei jetzt dafür sensiblisiert worden.

Die 19-jährige Abiturientin Yagmur Koreli findet, dass solche Themen in der Schule viel zu spät aufgegriffen werden. Durch die Arbeit am Stück wurde ihr deutlich, dass sich Geschichte wiederholt. "Berlusconi damals und heute wieder, der G8-Gipfel in Heiligendamm letztes Jahr und Genua 2001" fasst sie es in Stichworten zusammen. Man werde wütend, wenn man lese und spiele, was damals alles passiert sei und immer wieder stehe die Frage nach dem "Warum" im Raum.

 

 

 

Südkurier Konstanz 2008

GENUA IN DER SPIEGELHALLE

Von Daniel Freudenberger

 

Daniel Freudenberger hat mit seiner achten Klasse des Ellenrieder-Gymnasiums am SÜDKURIER-Zeitungsprojekt "Klasse!" teilgenommen. Sein neu erworbenes Wissen zum Stilmittel Reportage hat er gleich angewandt, um über seine Theaterproben mit dem Jugendclub zu berichten.

"Ich spiele einfach gerne Theater und an meiner Schule gibt es keine richtige Theater-AG", sagt eine 17-jährige Schülerin, die schon zum vierten Mal bei einer Produktion des Jugendclubs mitmacht. So wie ihr geht es wohl noch fast 50 anderen Jugendlichen aus Konstanz und Umgebung, die sich auf die Premiere von "Genua01" vorbereiten. "Setzt euch und zieht die Schuhe aus, damit wir endlich anfangen können!", sagt Theaterpädagoge Felix Strasser, wenn jeden Freitagnachmittag die Proben auf dem Dachboden der Spiegelhalle stattfinden. Die zweieinhalbstündige Probe beginnt immer mit einem kurzen Aufwärmen, um Abstand vom Alltag und Konzentration fürs Theaterspielen zu bekommen. Danach geht es meist direkt zur Sache, dem Einstudieren von verschiedenen wichtigen Szenen. Auch der Regisseur Wulf Twiehaus steckt sehr viel Energie in diese Szenenarbeit. Beide, der quirlige Theaterpädagoge und der eher nachdenkliche Regisseur, kommen bei den Jugendlichen gut an. Die Proben sind toll, wir Jugendliche bekommen viel mit, politisch sowie schauspielerisch. Bei der Arbeit mit Profis lernt man, immer sein Bestes zu geben.

Warum es in diesem Jahr so viele Jugendliche in den Jugendclub zieht, hängt aber auch mit dem neuen Stück zusammen: Es geht um die Ereignisse rund um den G8-Gipfel im August 2001, als in der italienischen Hafenstadt das jährliche Treffen der acht Industrieländer Deutschland, Frankreich, USA, Japan, Italien, Großbritannien, Russland und Kanada stattfand. Dort wurde unter anderem über die Globalisierung gesprochen. Deshalb kamen über 300000 Globalisierungsgegner aus verschiedenen Ländern nach Italien. Die Situation in Genua eskalierte, da die 18000 Polizisten oft sehr brutal gegen die überwiegend friedlichen Demonstranten vorgingen. Dabei wurde der 23-jährige Carlo Giuliani von einem 20-jährigen Polizisten erschossen. Einer der bekanntesten Gegenwartsdramatiker Italiens, Fausto Paravidino, schrieb daraufhin das Stück "Genua 01". Es basiert auf Originaldokumenten und Recherchen des Autors. Wie viel Sprengstoff in diesem Theaterstück steckt, beweist allein die Tatsache, dass das Teatro L'Arciliuto in Rom die geplante Aufführung des Dramas zurückgezogen hat. Am Ende des Stücks stehen die Fragen: Wie konnte das geschehen? Was darf der Staat und welche Rechte haben die Bürger?

"Genua 01" wurde bereits in vielen Städten aufgeführt - und ab Samstag, 24. Mai, in Konstanz. Das Theater unterstützt die Jugendlichen vor der Premiere in der Spiegelhalle noch einmal auf besondere Weise: Wie die Profis dürfen die jungen Schauspieler Maske und Schneiderei benutzen, und die Bühnenbildner sind auch zur Stelle.

 

 

 

Südkurier Konstanz vom 25.10.2008

AUF ZUM ORGINALSCHAUPLATZ

Von Carola Dudzik

 

Das äußerst erfolgreiche Jugendtheaterstück „Genua 01“ gibt ein Gastspiel in Italien. Noch zwei Tage, dann begleiten Felix Strasser, der Leiter des Jugendtheaters, Oberspielleiter Wulf Twiehaus, Theaterintendant Christoph Nix und Kulturbürgermeister Claus Boldt 37 theaterbegeisterte Konstanzer Jugendliche auf ihrer Fahrt nach Genua.

Angenommen, am Montagmorgen fährt ein Reisebus an Ihnen vorbei. Hinter den Fensterscheiben winken Hippies und Anhänger der Anti-AKW-Bewegung. Auch schwarz vermummte Black Blocks und Polizei, inklusive Schlagstöcken und Schutzhelmen, können Sie erspähen. Auf dem Dach des Busses flattert eine feuerrote Che-Guevara-Fahne im Wind. Wären Sie nicht auch ein wenig überrascht?

Das Konstanzer Stadttheater macht's möglich! Genauer gesagt, Intendant Christoph Nix, der Genua 01 mit dem Jugendtheaterclub kurzerhand am Ort des Geschehens sah. Seine Idee fiel beim Goethe-Institut der norditalienischen Hafenstadt auf fruchtbaren Boden. Die Jugendlichen wurden eingeladen, ihr Stück zu den tragischen Umständen der Gipfelproteste 2001 noch einmal vor Ort zu zeigen.

Emma (13) freut sich alle Mitspieler wieder zu sehen: „Ich hab mich umgeguckt und zu jedem einen Gedanken gehabt und mich an Sachen erinnert. Das war toll!“ Auch Janosch (20) freut sich, aber ist enttäuscht, dass die Hälfte fehlt. „Das wird die Aktion des Jahres!“, begrüßt Felix Strasser, der Leiter des Jungen Theaters die Gruppe. Und dann startet auch schon das Requisitenpacken. Alles Mögliche landet in großen Pappkartons, die wenig später prall gefüllt sind. „Wer vermisst etwas?“, fragt Strasser nach und fügt wie zu sich selbst hinzu: „Was müssen wir noch tun?“ „Nervös werden!“, ruft es aus einer Ecke. „Jetzt noch nicht! Wir sagen euch dann Bescheid“, beruhigt er den ersten Anflug von Anspannung.

Eine Woche später trifft man sich erneut auf dem Dachboden der Spiegelhalle. Diesmal zur Textprobe. So eine Textprobe ohne Bühne ist eintönig und fordert doppelte Konzentration. Manche lesen mit, andere wissen ihren Text noch auswendig, nur selten wird ein Einsatz verpasst.

Was fühlen die Jugendlichen so kurz vor der Reise? „Spannend“, findet Janosch die Fahrt, „aber noch ist das wie ein Italienurlaub.“ Emma hat schon „ein bisschen Lampenfieber“. Für Kira (15) ist es das allererste Mal, dass sie in „so ein Weiter-Weg-Ausland“ reist. Überwiegend positive Erwartungen paaren sich aber auch mit Unsicherheit. „Ich habe Angst, dass wir an der Grenze aufgehalten werden“, so Simon (16). „Werden wir Repressionen erfahren?“, fragt sich Marie (18).

Nicht ganz unbegründet. In dem Theaterstück werden die Ereignisse während des G8-Gipfels schonungslos hinterfragt. Fausto Paravidino, der Autor, zeigt wie Carlo Giuliani, ein 23-jähriger Student erschossen wird und Demonstranten im Gefängnis gefoltert werden. Er porträtiert die zweifelhafte Rolle der Staatsgewalt während der Gipfelproteste vor sieben Jahren.

Alice (17) hat mit ihren Landsmännern über das Gastspiel gesprochen. Die Antworten waren ernüchternd: Carlo Giuliani habe sein Schicksal selbst provoziert. Und abgesehen davon sollten sich die Deutschen nicht in die italienische Politik einmischen.

Neun Monate haben die jungen Schauspieler sich mit den Vorgängen in Genua auseinandergesetzt, haben Hintergründe ausgeleuchtet und nach Erklärungen gesucht. Ihre Antworten fallen individuell aus, aber alle teilen die Empörung über das damals verursachte Leid. „Es ist wichtig, dass man den Leuten noch mal bewusst macht, was in ihrer Stadt passiert ist und dass Carlo Giuliani nicht vergessen ist“, sind sich Emma und Janosch einig. Auch wenn das Theaterstück ein „Tropfen auf einen heißen Stein“ ist – es ist ein „notwendiges Gegenbild“ zur herrschenden Meinung, ergänzt Janosch.

Die Jugendlichen betrachten die Welt jetzt mit ganz anderen Augen. „Da gibt's so 'nen Spruch von Max Frisch“, fasst Simon zusammen: „Theater kann die Welt nicht verändern, aber als veränderbare darstellen.“ Für die Jugendlichen des Jungen Theaters hat sich die Welt grundlegend geändert. Sie haben verstanden, dass man der Welt nicht hilflos ausgeliefert ist, dass man sie als eine Welt begreifen muss, die man gestalten kann – der wichtigste Schritt auf dem Weg zu politischem Selbstbewusstsein und zu Emanzipation. Wenn sie jetzt nach Genua fahren, wollen sie, dass die Welt aufhorcht und (noch) einmal hinsieht.

 

 

 

Südkurier Konstanz vom 29.10.2008

VORFREUDE AUF DEN GROßEN AUFTRITT

Von Carola Dudzik

 

Biegen Sie sofort rechts ab.“ Egal, was passiert, die sanfte Frauenstimme aus dem Navigationsgerät klingt immer zielsicher und bestimmt. Ganz Genua weiß dank ihr, dass das Ensemble des Jungen Theaters aus Konstanz am Montagabend angekommen ist. In eine Einbahnstraße gelenkt, ist der komfortable Reisebus, der die 37 Jugendlichen für das Genua 01-Gastspiel in die Hafenstadt bringen soll, plötzlich von vorne und von hinten eingekeilt. Weder ein Vor noch ein Zurück sind möglich. In- und außerhalb des Busses wird engagiert debattiert, diskutiert, gestikuliert und gehupt. Das junge Ensemble starrt raus, die spalierstehenden Italiener am Straßenrand rein. So lange, bis die Polizia aus dem Straßenwirrwarr auftaucht und souverän aus dem Engpass hilft. Mit drei sich an ihrer Reviergrenze abwechselnden, blaulichtbesetzten Polizeiautos wird der verlorene Bus bis ans Ziel seiner Reise, der Jugendherberge, eskortiert. „So was hab' ich noch nie erlebt. Sind die nett!“, sagt Theaterpädagoge Felix Strasser sichtlich überrascht von so viel Hilfsbereitschaft in einer derart verfahrenen Situation.

Erst zwei Stunden später können die Koffer endlich ausgepackt und die Betten bezogen werden. Bitter nötig. Insgesamt 37 junge Mitreisende sind hungrig und müde. Die Zeit bis zum Check-In verbringt man direkt vor der Jugendherberge. An die Balustrade gelehnt, genießen die Jugendlichen das unter ihnen liegende Lichtermeer. „Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich hier bin“, versucht Margherita, 19 Jahre, auszudrücken, was sie empfindet. Sie spricht ihren Kameraden aus der Seele. Endlich! In Genua!

Dass das Frühstück am nächsten Morgen in Einweggeschirr aus Plastik serviert wird, kann die gute Laune nicht trüben. „Die Aussicht toppt alles!“, schwärmt Kira, 15, nach dem Aufstehen. Auch Min, der bei der Aufführung die Live-Videokamera führt, steht am Fenster, freut sich und seufzt: „Schön hier!“ Nur wenig später bläst Felix Strasser zum Aufbruch in die Turnhalle der Firpo Buonarrotti-Schule. Dort wird am Morgen noch einmal „Genua 01“ gespielt. Zuvor muss vor Ort aber noch einiges passieren. Alle Fenster der dreistöckigen Turnhalle müssen mit dunkler Folie abgeklebt, der Bauzaun aufgestellt, das Bühnenbild aufgebaut werden. Alsbald sind alle eifrig bei der Arbeit. Um ein Uhr erst gibt es eine kurze Verschnaufpause, aber schon eine halbe Stunde später ruft Felix Strasser erneut zum Appell. Die Turnhalle hat sich inzwischen verwandelt. Der Bauzaun riegelt nun den Bereich ab, in dem gespielt wird. Am Zaun hängen Transparente mit Parolen der Globalisierungsgegner. Sie stimmen auf die bevorstehende Probe ein: „Ihr G8, wir 6000000000!“, heißt es da kämpferisch.

Ob die Energie der Aufführungen in der Konstanzer Spiegelhalle auch in Genua noch da sein wird, fragt sich Heike Kienle, die Regieassistentin. Aber sie muss sich keine Sorgen machen. Die Probe verläuft konzentriert. Eine unerklärliche Spannung liegt in der Luft. Genua 01 in Genua 2008! Mit dem Jungen Theater Konstanz – das ist mehr, als mancher zu träumen wagte. „Es ist eine sehr große Ehre, dass wir hier sein dürfen!“ Aber das muss Felix Strasser nicht extra erwähnen, das ist den Jugendlichen klar. In ihrer letzten Aufführung morgen werden sie alles geben. Da macht es auch gar nichts, dass in der italienischen Schule inzwischen im Minutentakt die Energie ausfällt: Die Jugendlichen sie. „Piovere! Es regnet gleich!“, erklärt der Hausmeister den Stromausfall. So ist das halt, wenn man auf Reisen geht. Als wäre es ein Motto für diese Reise, steht in großer Courier-Schrift auf dem Bus: „I viaggi, potete sognarveli oppure farli veramente“ – „Wir können von Reisen träumen oder sie erleben.“ Oscar Wilde hat noch immer Recht.

 

 

Südkurier Konstanz 2008

JUGENDCLUB THEATER KONSTANZ SPIELT "GENUA 01" AM ORIGINALSCHAUPLATZ

Von Carola Dudzik

 

Ganz Italien scheint in Aufruhr. Auch Genua. Berlusconi setzt eine Reform durch, die auf massive Kritik stößt. 87000 Lehrerstellen sollen gestrichen, Milliardenbeträge an Schulen und Hochschulen eingespart werden. In der Aula der Firpo Buonarroti-Schule ist am Mittwochmorgen eine Vollversammlung einberufen. Zeitgleich zum Gastspiel des Jungen Theaters Konstanz laufen die Vorbereitungen für die landesweiten Demonstrationen am nächsten Tag auf Hochtouren. Vielleicht ist deshalb die Turnhalle nur so spärlich besucht, in der die 37 Konstanzer Jugendlichen gleich ‚Genua 01' von Fausto Paravidino aufführen werden. In Konstanz gefeiert, sind alle gespannt, wie das Stück über den brutalen Einsatz der Staatsgewalt während der G8-Gipfelproteste 2001 hier am Originalschauplatz aufgenommen werden wird. Hunderttausende waren damals auf der Straße, um für eine gerechtere Welt zu demonstrieren.

Mit nur knapp 100 Zuschauern wirkt das Bühnenbild in der Turnhalle plötzlich unerwartet klein und verloren. Die italienischen Schüler sind befremdet. Das vertraute Terrain ist zu einer Theaterbühne umfunktioniert, auf der nichts ist, wie es sein sollte: Keine Zentralperspektive, keine Sitzgelegenheiten, man kann sich einfach frei um den eingezäunten Demonstrationsschauplatz bewegen. Als die Energie der Inszenierung das Publikum mit voller Wucht trifft, weicht es zurück. Eine Gruppe Mädchen sitzt etwa anderthalb Meter vom Zaun entfernt auf Sicherheitsabstand. Manche stehen weit hinten an die Wand gelehnt, viele unterhalten sich einfach. Lachen ist zu hören. Margherita (19) erzählt später über die Szene, in der sich die Polizei auf die Seite der Black Blocks schlägt: „Als wir gegen den Zaun rennen und dort einfrieren, haben sich die Jugendlichen über unsere aggressiven Gesten lustig gemacht.“ Wenig später wird der Demonstrationszug auf der Bühne mit Tränengas beschossen, die Demonstranten krümmen sich vor Schmerz auf dem Boden. Eine Zuschauerin stößt dabei ständig gegen Margheritas Fuß. „An manchen Stellen hatte ich Lust, den Käfig aufzumachen und raus zu gehen. Ich habe mich gefragt, warum mache ich das noch?“ Lange hatte sie sich auf diese Reise gefreut und ist enttäuscht, dass sich keine magische Tür geöffnet hat. Ihre Stimmung beschreibt sie als gedrückt, auch wettertechnisch. Seit Dienstagabend schüttet es aus Kübeln.

Je desinteressierter sich die italienischen Jugendlichen benehmen, desto vehementer wird das Spiel des Ensembles. Ein merkwürdiges Missverhältnis entsteht. Beide Seiten prallen aneinander ab. Konfrontiert mit der Gleichgültigkeit der Zuschauenden versuchen die jungen Darsteller gegen ihr Publikum anzuspielen. Woher kommt das Desinteresse auf der anderen Seite des Zauns?

Die akustischen Verhältnisse in der Halle sind schwierig. An den Längsseiten der Wand laufen Videosequenzen, die italienischen Untertitel aber sind an einem dritten Ort platziert. Will man den Text mitlesen, kann man nur schwer verfolgen, was auf der Bühne passiert. Das Bühnenbild verlangt zudem einiges vom Zuschauer ab. Es gibt immer mehrere Schauplätze auf einmal. Auch inhaltlich stellt das Stück höchste Ansprüche, die Auseinandersetzung mit den Ereignissen während der Gipfelproteste 2001 ist keine leichte Kost. In Konstanz war das Publikum binnen kurzem wie gebannt, hier scheint das Publikum überfordert. „Haben wir nicht gut gespielt?“, wird Felix Strasser, der Regisseur, nach der Vorstellung gefragt. „Doch!“, betont er. Daniela Wüst, der Ansprechpartnerin des einladenden Goethe-Instituts, entschlüpft ein erstauntes „Seid ihr aber professionell!“ An dem Spiel des Jugendclubs lag es also nicht.

Überraschend viele bleiben zum Nachgespräch. Doch zuerst herrscht Schweigen. Mehrfach versucht Felix Strasser die Diskussion in Gang zu bringen. Das Bedürfnis über politische Themen zu sprechen scheint nicht sehr groß. Eine Teilnehmerin versucht zu erklären: „Ob wir rechts wählen oder ob wir links wählen, das ändert doch sowieso nichts!“ Viele Fragen bleiben offen, die Kluft zwischen den beiden Gruppen ist in so kurzer Zeit nicht zu überbrücken. Außer einem Empfang mit Häppchen und Getränken ist kein weiteres Treffen mit den italienischen Jugendlichen eingeplant. Die Zeit drängt und es bleibt ungeklärt, warum die Zuschauer das Stück nur so verhalten aufgenommen haben.

In der Turnhalle packt das Ensemble auch schon beim Abbau zu. Bürgermeister Claus Boldt, Intendant Christoph Nix und die Leiterin des Goethe-Instituts Roberta Canu werden währenddessen von der Oberbürgermeisterin Marta Vincenzi begrüßt. Auch Nora (18) ist als Repräsentantin des Jugendclubs dabei. Vincenzi äußert Interesse das Ensemble mit ‚Genua 01' zur ‚Woche der Gerechtigkeit' im kommenden Jahr einzuladen. „Wir werden das Stück nicht mehr spielen“, winkt Felix Strasser später ab. „Es muss etwas Neues kommen!“

Am nächsten Morgen heißt es Abschiednehmen. Ein letzter Blick auf das Meer und den Hafen und zurück geht es, an kilometerlangen LKW-Kolonnen vorbei, über den San Gottardo. Trotz Wintereinbruch kein Stau! Man unterhält sich, liest, spielt Gitarre, singt, schläft. „Lageratmosphäre!“, Christoph Nix grinst. Die Zukunft hat bereits begonnen. Margherita bereitet sich auf ihre Aufnahmeprüfung an der Uni vor, Yuhki (18) plant den nächsten Hallenrock und erzählt von der Weltreise, die er nach dem Abi machen will. Was bleibt? Kira (15) beschreibt den kurzen Abstecher auf die Piazza Gaetano Alimonda als den für sie denkwürdigsten Moment der Reise. Hier starb Carlo Giuliani an den Folgen seiner Verletzungen: den Reifen eines Polizeifahrzeugs, einem Schuss aus der Pistole eines Carabiniere und einem Steinwurf. Über dem Schild mit dem Namen des Platzes entdecken die Jugendlichen den Satz: „Carlo vive!“ Für Lukas (16) waren Auf- und Abbau wichtig. „Alle haben geholfen. Wir waren wieder eine Einheit. Auch nachts gemeinsam am Meer zu stehen und sich von der meterhohen Brandung anspritzen zu lassen, war schön.“

„Genau das war jetzt richtig!“, kommentiert Felix Strasser die „eigenartige Reaktion“ des Publikums. „Nicht unterkriegen lassen! Die Welt ist halt so.“ Und sei's drum! Mittlerweile befinden sich viele neue Eindrücke im Gepäck und Stolz auf das, was alle zusammen mit Genua 01 erreicht haben. „Ein gelungener Abschluss!“, findet Lilly (17) trotzdem. „Welcher Profischauspieler kann von sich behaupten, am Originalschauplatz gespielt zu haben!“, fasst Lukas die einmalige Theaterreise zusammen.

 

Fotos zum Stück



Neuigkeiten und wichtige Termine

--- ab 01. März 2014 ---

KONSTANZ

Felix Strasser übernimmt die Künstlerische Leitung der EVENTPRODUKTION - Theater der Hochschule Konstanz.

www.theater.htwg-konstanz.de

Gerne übernehmen DIE SPIELMACHER auch weiterhin beratende Funktion innerhalb von Theaterprojekten jeder Art oder vermitteln professionelle TheaterpädagogInnen an Sie weiter!