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  • 1: Startseite  

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  • 2: Felix Strasser /
    Die Spielmacher
     

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  • 3: Aktuelle Inszenierungen / Projektübersicht  

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  • 4: Theaterpädagogik  

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  • 5: Inszenierungen  

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  • 6: Moderation  

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  • 7: Veröffentlichungen  

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  • 8: Galerie  

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  • 9: Pressespiegel  
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    • 9.1: Die Geschichte von Thelma & Louise  

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    • 9.2: Die Glückskinder  

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    • 9.3: Kleiner Werwolf  

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    • 9.4: 9/11  

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    • 9.5: Best of Nibelungen  

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    • 9.6: Das ist Esther  

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    • 9.7: Pleasant View  

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    • 9.8: Querschläger  

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    • 9.9: König Lindwurm  

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    • 9.10: Gehen wir, der Wagen wartet  

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    • 9.11: Genua 01  

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    • 9.12: Traumhalden  

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    • 9.13: Projekt Schwabenkinder  

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    • 9.14: Love of my life  

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    • 9.15: Theaterpädagogischer Kongress 2009  

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    • 9.16: Moderation  

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    • 9.17: Theaterpädagogische Projekte  

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    • 9.18: Theaterpädagogische Beratung  

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    • 9.19: Weitere Artikel zu den Spielmachern  

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PRESSEREZENSIONEN ZU „9/11“

EIN DOKUMENT DER WAHRHEIT

Das Junge Theater Konstanz: 9/11

Von Gerd Zahner

 

Die Analyse und die Berichterstattung über die Ereignisse am 11. September ist der eigentliche Schund der Moderne. Das Blendlicht von  Verschwörungstheorien, prophetischen Täterbenennungen von Internethistorikern, etablierten sich in den Massenmedien rasch zu einem gleichberechtigten Erklärungsmuster der Tragödie.

Die Wirklichkeit stürzte wie die Zwillingstürme ein, ohne dass wir, die verantwortliche Generation, dagegen Widerstand leisteten. Der Umgang mit dem Sterben des 11. Septembers ist und war zynisch, indem Sinne, dass jede profitable, medienverwertbare und offensichtlich falsche Analyse der Ereignisse augenblicklich in den Medien zu einer möglichen Verbindung zum Tunnelende der Spekulation in der Suche nach tatverdächtigen Hintergründen geworden ist.

 

Der Kitzel am Beschuldigen, die Lust das Denunziantengerede mitzuhören, war größer als die Empathie mit den Opfern, vielleicht lag es an der übergroßen Angst vor neuen und immer neuen Anschlägen, dass wir begannen die Wirklichkeit zu dekonstruieren.

 

Eine aufgelöste Wirklichkeit kann nicht mehr bedrohlich erscheinen, weil sie ja als reale Welt nicht mehr existiert. Und bald war es dann wirklich so, dass neue Attentate und Schreckensnachrichten als das einzig Reale erschienen, weil sie den Nährboden bildeten für neue Spekulationen und Versteigungen.

 

Dies ist eigentliche, der wahre Triumph der Terroristen. Unsere Aufgabe der Wirklichkeit, indem man paranoiden Strukturen nachhängt und Scheintäter benennt, Phantomursachen durchdekliniert und degenerierte Gedanken zur prophetischen Gabe erklärt. Photoshop – Historiker die Nichtbilder zu Wirklichkeitsbilder manipulieren, besetzen die Gedankenwelt, weil eben in diesem Diskurs zukünftig jedes Bild und jeder Gedanke verwertbar ist, egal ob Original oder Fälschung

 

Und Konstanz und Strasser und das Jugendtheater benennen diesen Feind. Das Theater stellt sich dem Thema 9/11 - und wie eine Blaupause der Wirklichkeit wird der Plan unseres Versagens offensichtlich.

 

Felix Strasser und sein Team stellten sich mit 64 Jugendlichen die einfache Frage, wie wirkte die Berichterstattung, die Aufarbeitung, wie wirkten die Ereignisse des  9/11 auf Jugendliche und Heranwachsende, die zum Zeitpunkt der Schreckenstat, gerade 4 oder 5 Jahre alt waren. Sie haben ja die Ereignisse damals nicht verstanden, waren aber auf die Erklärungsmuster der Erwachsenenwelt im Älterwerden angewiesen, da sie als Kinder, naturgemäß,  nicht ermessen konnten was und warum es geschah, aber die Bilder sahen sie trotzdem.

 

Kinder von damals sind die eigentlichen Zeugen der Aufarbeitung.

 

Sie baten damals, verunsichert durch die Fernsehbilder, unabgelenkt durch die Lust am Spekulieren, angewiesen auf die Information der Vernunft der Eltern und Älteren, um Klarheit der Sprache und ein Verständnis mit dieser Angelegenheit angemessen und konstruktiv umzugehen.

 

Der Diskurs der Gesellschaft konnte dieses nicht leisten, sondern hat die, von Kindern zu  jungen Erwachsenen gereiften, über 10 Jahre, von der Tat bis heute, mit giftigen Spekulationen versorgt, die Ereignisse dadurch banalisiert, indem die mediale Aufbereitung mit 10 000 Bildzuschnitten von Staubwolken und Verschwörern, wie ein Lavastrom sich über den Ground Zero wälze und alles bedeckte.

 

Strasser gab diesen Jugendlichen nun die Gelegenheit einfach, im Sinne von wörtlich, ihre Katastropheninitiation wiederzugeben, indem sie die Welt so darstellen, wie die Welt sich Ihnen gezeigt hat, mit der Maßgabe, dass sie es selbst sind, die im Schlusswort einen Neuanfang für sich bestimmen bedürfen.

Das Ergebnis ist ein überragendes Dokument und eine Methode der Erkenntnis.

 

Das Versagen der Erwachsenenwelt, deren gescheiterte Versuche mit Teil und Scheininformationen Nähe zu den Opfern und Würde herzustellen, wird wie ein Gift aus der kochenden Medienwelt herausdestilliert.

 

64 Jugendliche, weiß gekleidet, beginnen, in dem sie den Flug der gekaperten Verkehrsmaschinen nachspielen,  mit der Ahnungslosigkeit der Opfer.

„Über den Wolken“, singt der Chor und etwas von dem unendlichen Verlust wird bemerkbar in diesen einfachen Bildern, als die Jungendlichen in Reihen sich aufstellend, jeder und jede einen letzten Atemzug laut ausstößt, und so dass das Sterben im Fugzeug eine plastische Verdeutlichung erfährt,  allerdings eingerahmt, wie die Berichterstattung selbst, in Videoclips und Musikeinspielungen, Ablenkungen, auf die eine Erwachsenenwelt, selbst am ersten Tag der Katastrophe nicht verzichten konnte.

 

Erklärungen werden gesucht, und erfunden, als sei die Medienwelt, durch das Ereignis zum zweiten mal auf Hochtouren angeworfen, die Protagonisten dieses Terroristenkrieges mit Spielszenen abgescannt.

 

Die Medien haben diesen Anschlag damals rasch zu einem Pistolenduelle zwischen Georg Busch und Bin (Bill) Laden erklärt und es ist in dem Sinne nachvollziehbar, wie diese Jugendlichen heute in der Beschreibung der Ereignisse dieser Erklärungseinfachheit und den Protagonisten der Katastrophe misstrauen.

 

Der Unterschied zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg ist auch in seinen Nachwirkungen zu sehen. Nach dem 2. Weltkrieg lag die Schuldfrage klar. So stieg Scham und Betroffenheit auf und aus dieser Stimmung der Demut und Reflexion erwuchs die Kraft neue Werte zu schaffen. Das Ende des Ersten Weltkrieges war begleitet und es hat sich nie verzogen von Verschwörungstheorien und nebulösen Schuldzuweisungen, dummen Täterschaftsbezeichnungen in der Dolchstoßlüge.

 

Dies führte dazu, dass die Zeit danach durchsetzt war von der ätzenden Kraft einer zynischen Wirklichkeit, die selbst das Vertrauen in sich verlor, sich zu bestimmen und Gut und Böse zu benennen, Opfern zu helfen und Täter zu bestrafen.

 

Der zynische Selbstfraß führte bekanntlich zu einer gewaltigeren Katastrophe, als diese, die man durch diese Wirklichkeitstäuschung zu verdrängen versuchte.

 

Strasser und sein Theater zeigen genau diese Gefahren auf.

 

Fernsehbilder werden eingespielt, im Vergleich zu den Massenszenen in der Spiegelhalle, eine lärmende Verpackung von Argumenten , ohne erklärende Inhalte.

 

Merkel, die sich über einen Toten freut, Georg Busch, der sich in den Selbstdarstellerfäden eines Superpräsidenten verfängt, wie in einem Spinnennetz.

Also spielen die Jugendliche ihre Sicht der Dinge. Sie nehmen Religionshass wahr, der selten klarer erklärt wurde. Islamische Hassführer als heuchlerische Gewaltfaschisten, die mit Massentäuschung und Geltungssucht eine der Gewaltursachen sind. Bin Laden als schäbiger Gewaltguru, provokativer ist es nicht darstellbar.

 

Konstanz sieht ein in sich gelähmtes Amerika, das in Interessenkollisionen am eigenen Egoismus zerschellt. Und Opfer. Und Trauer. Und immer neue Theorien über die Hintergründe. Aber dies ist diesen Jugendlichen zu wenig.

 

Also spüren sie diesen Schreien nach, die sich so rasch im Getöse der Medien, und dem Profit aus dem Sterben, verloren haben.

Sie wollen mitleiden, weil sie begriffen haben, dass diese Sorge, eine Form ist, Wirklichkeit zu verstehen.

 

Es ist ein Dokument, dieses Stück. Eine wirklich große Mahnung an uns. Es zeigt das Versagen der Erwachsenengeneration ihren Kindern gegenüber, dieses Ereignisse, vielleicht das wichtigste Ereignis, der letzten zehn Jahre, erklärt zu haben.

 

Und am Ende sagen die Jugendliche ihre Wünsche.

Ein Mädchen wollte geborgen sein, wie eine Perle in einer Muschel, die Perle der Wahrheit, diese meinte sie.

 

 

Südkurier, Kultur See, vom 06.07.2011

UNVERGESSLICHER ABEND

ÜBER UNVERGESSLICHEN TAG

Das Junge Theater reflektiert eindrucksvoll die Terroranschläge vom 11. September 2001

Von Benjamin Burkhard

 

Am Anfang stand eine kühne Idee, acht Monate später feierte das ehrgeizige theaterpädagogische Projekt von Regisseur Felix Strasser, Sarit Streicher, Caroline Gutheil und Maximilian Enderle nun in der ausverkauften Spiegelhalle Premiere. 64 Jugendliche zwischen 14 und 22 Jahren boten eine beeindruckende, mit viel Spielfreude und Ausdruckskraft gespickte Performance, in der sie die Terroranschläge vom 11. September 2001 in all ihrer Tragweite ins kollektive Gedächtnis riefen.

Hinter den jungen Schauspielern liegen anstrengende Monate, in denen sie nicht nur selbstständig ihre 80-minütige Aufführung gestalteten und dreimal die Woche probten, sondern sich auch intensiv mit der Materie der Terroranschläge von 2001 beschäftigten. Doch all die Arbeit hat sich bezahlt gemacht. Strasser lieferte mit seinem Ensemble dem Publikum einen unvergesslichen Abend und hat die Marke für zukünftige Produktionen des Jungen Theaters hoch gesetzt. Gleichzeitig verabschiedete er sich auf unbestimmte Zeit von der Konstanzer Spielstätte.

Los ging's im Foyer mit dem Prolog von 9/11, auf aufgetürmten Fernsehern ist der Konstanzer Weihnachtsmarkt zu sehen. „Wer ist eigentlich Mohammed Atta? Haben Sie Angst vor Terroranschlägen?“, wollten die jungen Darsteller von den Bürgern wissen und bekamen teils kuriose Antworten zu hören.

 

Weiter geht's in der Spiegelhalle. Auf zwei sich gegenüberstehenden Bühnen, den Twin Towers, nehmen die Zuschauer Platz, zwischen ihnen versammeln sich die 64 in weiß gekleideten Akteure und beginnen ihre von Symbolkraft strotzende Choreographie. Eine Flugbegleiterin führt beständig durch die einzelnen Abschnitte der nun beginnenden Reise. Ohne Berührungsängste und mit viel Leidenschaft wird nun mit den politisch Beteiligten abgerechnet. George W. Bush, eine Marionette von Industrie und Medien, und der von den USA gekränkte, verblendete Fundamentalist Osama Bin Laden kriegen ihr Fett weg. Beide sind schuld an den Stereotypen, die ihr Handeln von Muslimen und Amerikanern in der Welt geschaffen haben.

Umrahmt wird die Aufführung von viel musikalischer Popkultur. Auf einer Videoleinwand ist Peter Klöppl von RTL zu sehen, dann wird in den Live-Modus geschaltet, Bush und Osama brauchten die Kameras schließlich genauso wie umgekehrt. Am Ende kommen die Wünsche und Sehnsüchte der Jugendlichen zu Wort, die sich ihre Zukunft von Klischees und Terrorwarnungen nicht kaputt machen lassen wollen. Langanhaltender Applaus belohnt sie für ihre großartige Darbietung.

 

 

See-Online vom 03.07.2011

AUSNAHMSWEISE EINE KLEINE NACHTKRITIK:

BRAVO JUNGES THEATER!

9/11 in der Konstanzer Spiegelhalle bravourös – Jugendclub begeisterte bei Premiere

Von Waltraud Kässer

 

Konstanz. Als am 11. September 2001 zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers flogen, gingen sie noch in den Kindergarten oder gerade einmal in die Grundschule. Der Jugendclub des Jungen Theaters Konstanz hat sich des Stoffes 9/11 angenommen und den Terrorangriff und seine Folgen auf die Bühne gebracht. Seit Oktober vergangenen Jahres arbeiteten die Schüler am Stück. Die ganze Zeit über haben sie es fortentwickelt, die Geschichte weiter geschrieben und aktualisiert. Herausgekommen ist eine unbedingt sehenswerte Produktion. Regisseur Felix Strasser verabschiedet sich mit 9/11 und – so könnte man sagen – mit einem gigantisch guten Stück vom Konstanzer Theater.

 

Willkommen an Bord

Los ging’s mit dem Check-in. Das Junge Theater begrüßt seine Gäste zum Flight  9/11 bereits im Foyer der Spiegelhalle. Videobilder flimmerten über Bildschirme. „Haben Sie Angst vor einem Terroranschlag?“ „Wer war Mohamed Atta?“  Das Junge Theater befragte Passanten auf dem Konstanzer Weihnachtsmarkt. Kurz vor Weihnachten hatte es in Deutschland gerade eine Terrorwarnung gegeben.

Publikum saß auf Türmen

In der Spiegelhalle nahm das Publikum auf zwei sich gegenüber stehenden Türmen, den Twintowers, Platz. Der Raum in der Mitte war die Bühne. Die 64 Mitwirkenden erinnerten zu Beginn des Stückes, als sie die Fluggäste weiß gewandet empfingen, an Todesengel. Die schauspielerischen Leistungen, Gestik, Mimik, Ausdrucksstärke, Gesang und das sportliche Durchhaltevermögen der 13- bis 22-Jährigen war beachtlich.

 

Die Mitwirkenden

Zu sehen waren Katrine Aschenbrenner, Theodora Brad, Selena Bühler, Clelia Castellucci, Aminata Cisse, Lucia Cybulla, Nathaly Czernin, Malina Epp, Clara Eulitz, Marysol Frasch, Helena Friedrich, Tara Fyson, Sophia Haller, Ingrid Hanschke, Miriam Hasselbach, Nina Hartmann, Larissa Jäger, Mara Julseth, Jana Kasparek, Nina Kegel, Marie Kersten, Sarah Merkler, Emma Ida Löhle, Kira Mathis, Florine Miez, Julia Oexle, Julia Offner, Ruth Pelzer, Sarah Pfundstein, Caterina Quintini, Celia Diaz Riekeles, Joyce Kristin Ritter, Anne-Sophie Sabel, Elina Schafheitle, Claudia Schlutius, Johanna Schneider, Kerstin Schöneich, Julia Schwarzer, Annika Stross , Leandra Stürmer, Jessica Tay, Tabea Wächtler, Sarah Wingerter, Julia Zimmermann, Lea Zillich; Josef Dorn, Nicolai Eckert, Paul Ergang, Luca Fischer, Maximilian Fricke, Dylan Fyson, Felix Hillesheim, Alex Kegel, John Klüß, Fabiano Lorusso, Maximilian Juan Mierzwa, Wendel Overlack, Mervan Ürkmez, Lucas Riedle, Levin Wächtler, Ning Wei und Lukas Wiehler.

 

Eine Collage auf dem Theater

In einzelnen Bildern erzählten die jungen Akteure aus verschiedenen Perspektiven die dramatischen Ereignisse des 11. September 2001. „A second plane hit the tower. America is under attack.“ Der Himmel über New York war an dem Tag wolkenlos. Der Radiosprecher vermeldete sonniges Wetter und 21 Grad. Collagenartig reihten die jungen Schauspieler Szenen aneinander. Im Hintergrund flimmerten immer wieder Live- und auch einige Originalbilder über eine Videoleinwand. Die Choreografie war beeindruckend. Die 64 Schauspielerinnen und Schauspieler spielten praktisch immer alle gleichzeitig und begegneten sich auf engstem Raum. Die Musik war die Klammer, die alles zusammen hielt. Die musikalische Leitung hatte Stefan Leibold – die Songs kamen entweder aus der Konserve oder der Chor aus den Mitwirkenden sang sie live und variierte die Stücke. Die Geschichte, die sie erzählten, war temporeichen, dramatisch, keine Sekunde langweilig und manche Aussagen waren ein bisschen sarkastisch.

 

Bush’s und Bin Laden’s Welt

Einmal warfen sie einen Spot auf die Flugbegleiterinnen, dann auf den amerikanische Präsidenten, auf die Terroristen, auf den Koffer Mohamed Attas, auf die Verzweifelten und sogar auf die Sterbenden. „Über den Wolken“, „99 Luftballons“, „Mustapha Ibrahim“ und eine Waffe von Diehl aus Überlingen. Die Waffenlobby, die Ölindustrie, die Unterhaltungsindustrie, die die Live-Bilder sendete, und George W. Bush hatten ihre Auftritte („God bless America“). Dann der Schwenk nach Afghanistan zu Osma Bin Laden („Allahu Akbar“).

 

Der Krieg frisst seine Kinder

Aus der Perspektive der Jugendlichen haben sich die Anhänger von Bush und Bin Laden in ihrem Fanatismus und in ihrer Verblendung kaum voneinander unterschieden. Die Texte hatte das Junge Theater selbst geschrieben. Die Quellen waren Nachrichtentexte. Am Ende listeten sie die Terroranschläge auf, die seither auf der ganzen Welt passiert sind, und sie nannten Zahlen von Getöteten, von Soldaten und Zivilisten. Das Stück endete 2011. Der Heilige Krieg frisst seine Kinder in Amerika und in der islamischen Welt. Und ganz zum Schluss war dann doch noch Raum für die Träume der Jugendlichen. Sie können und wollen in der bösen Welt überleben und sagen wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

 

Begeistertes Premierenpublikum

Die Inszenierung von Felix Strasser mit Unterstützung von Sarit Streicher, Maximilian Enderle und Caroline Gutheil dürfte kein Erwachsener und kein Jugendlicher ab 14 Jahre versäumen. Felix Strasser hatte Recht, als er sagte, dass sich manche 9/11 voraussichtlich sogar zweimal anschauen werden. Am Ende applaudierte das Premierenpublikum langanhaltend und belohnte die großartige Leistung der Akteure. Die jungen Schauspieler mussten immer wieder zurück auf die Bühne kommen. Felix Strasser hat die Latte für den Leiter des Jungen Theaters, Bernd Schlenkrich, hoch gelegt.

 

Fotos zum Stück



Neuigkeiten und wichtige Termine

--- ab 01. März 2014 ---

KONSTANZ

Felix Strasser übernimmt die Künstlerische Leitung der EVENTPRODUKTION - Theater der Hochschule Konstanz.

www.theater.htwg-konstanz.de

Gerne übernehmen DIE SPIELMACHER auch weiterhin beratende Funktion innerhalb von Theaterprojekten jeder Art oder vermitteln professionelle TheaterpädagogInnen an Sie weiter!